Allzu groß ist das frühere Altarbild nicht, aber die Darstellung Jesus als Apotheker ist äusserst originell. Theodor Fontane beschrieb in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" das Bild folgendermaßen: "Hier befindet sich unter andern auch ein ehemaliges Altargemälde, das in Werder den überraschenden, aber sehr bezeichnenden Namen führt: 'Christus als Apotheker'. Es ist so abnorm, so einzig in seiner Art, daß eine kurze Beschreibung desselben hier am Schlusse unsers Kapitels gestatt sein möge. Christus, in rotem Gewande [...] steht an einem Dispensiertsich, eine Apothekerwaage in der Hand. Vor ihm, wohlgeordnet, stehen acht Büchsen, die auf ihren Schildern folgende Inschriften tragen: Gnade, Hilfe, Liebe, Geduld, Friede, Beständigkeit, Hoffnung. Die Büchse mit dem Glauben ist die weitaus größte; in jeder einzelnen steckt ein Löffel. In Front der Büchsen, als die eigentliche Hauptursache, liegt ein geöffneter Sack mit Kreuzwurz. Aus ihm hat Christus soeben eine Handvoll genommen, um die Waage, in deren einer Schale die Schuld liegt, wieder in balance zu bringen. Ein zu den Häupten des heilnds angebrachtes Spruchband aber führt die Worte: 'Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen. (Matthäi 9, Vers 12)".

Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Berlin 2005, Band III, S. 448.